Experten-Vortrag bei der Jahreshauptversammlung der WBV Traunstein

 

Die Waldbesitzervereinigung Traunstein w.V. (WBV) ist auf der Erfolgsspur: steigende Mitgliederzahlen, die Holzvermarktung auf einem Rekordniveau, die Sammelbestellung von Forstpflanzen erreicht die Spitzenzahl von 60 000. Dazu kommt die einmütige Zustimmung der zahlreich anwesenden Mitglieder bei der Jahreshauptversammlung zu Beschlüssen, wie Entlastung der Vorstandschaft, vorläufiger Jahresabschluss sowie die Genehmigung des Haushaltsplans 2026. Umrahmt wurde der Abend durch einen leidenschaftlichen Vortrag von Dr. Muhidin Seho vom Amt für Waldgenetik in Teisendorf zur Auswahl heimischer und neuer Baumarten für die Zukunft eines gesunden Waldes.

Andreas Voderhuber, 1. Vorstand der WBV Traunstein, sprach die hohen Holzpreise der vergangenen Monate an, streifte das neue Jagdgesetz und erinnerte an die erfolgreiche Submission Anfang des Jahres in Übersee sowie die Oberbayerischen Holztage, wo die WBV erstmals als Aussteller vertreten war. Stellvertretende Landrätin Resi Schmidhuber erzählte von ihren Eindrücken, wenn sie den Landkreis von oben sieht: „Der Wald ist das Dach unserer Heimat und ihr Waldbesitzer umsorgt es.“ Viele Herausforderungen seien dabei zu bewältigen. „Ich wünsche Euch Offenheit für neue Bepflanzungen!“ Landtagsabgeordneter Konrad Baur erinnerte an die verschiedenen Aufgaben des Waldes. „Wir müssen den Waldbesitzern dankbar sein, dass sie sich dieser Verantwortung stellen.“ Er schätze immer wieder den fachlichen Austausch mit der WBV.

„Keine Erholung für den Wald in Sicht“

Dr. Muhidin Seho vom Amt für Waldgenetik in Teisendorf rief sowohl die WBV als auch alle anwesenden Waldbesitzer in seinem leidenschaftlichen Vortrag mit dem Thema „Alternativbaumarten und alternative Herkünfte im Klimawandel“ zu Mut und neuen Ideen auf. „Angesichts des Klimawandels ist für den Wald keine Erholung in Sicht“, prophezeite der Fachmann. „So ist die Erfolgsgeschichte der Fichte, der einstige Brotbaum des Waldbesitzers, zu Ende. Nur als Mischbaumart ist sie noch geeignet.“ Wichtig seien die Qualität des Saatgutes, seine Herkunft und Erbanlagen. Die nachfolgenden Generationen von Waldbesitzern würden sich an eine gute Auswahl erinnern. Eine wertvolle Hilfe für die privaten Waldbesitzer sei die kostenlose Beratung der Förster des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) sowie die üppige bayerische Förderung. Seho diskutierte in seinem Vortrag heimische Baumarten, wie Eiche, Kiefer, Buche und Tanne – wobei die örtliche Herkunft nicht immer das Beste sei. Auch riet er zu Spitzahorn, Hainbuche und Sommerlinde, wie auch zu selteneren Baumarten, wie Elsbeere, Flatterulme und Atlaszeder. „Nachdem ich mir die Pflanzenbestellungen hier im Landkreis angeschaut habe, denke ich, es gibt viel Luft nach oben!“

„Da macht die Arbeit Spaß“

Remigius Hammerl, Geschäftsführer der WBV Traunstein, stellte wichtige Zahlen vor: Knapp 2000 Waldbesitzer sind Mitglied der WBV Traunstein – was fast 13 000 Hektar Mitgliedsflächen bedeutet. Bei der Forstpflanzenbestellung wurden an die 60 000 Bäumchen verteilt und im vergangenen Jahr gelang es, die Rekordmenge von über 90 000 Festmeter Holz zu vermarkten. „In den letzten zwei Jahren hat kein Schadereignis, wie Sturm oder Schnee, zugeschlagen. Da macht die Arbeit Spaß!“ Künftig wolle man den „Waldservice“ verstärkt für die Mitglieder aufbauen.

Wolfgang Madl, Bereichsleiter Forsten am AELF, betonte, dass man im vergangenen Jahr die Fläche des Waldumbaus im Dienstgebiet mehr als verdreifacht habe. Der Borkenkäfer sei zwar relativ zurückhaltend im Landkreis aufgetreten, aber sein Befall mache sich immer mehr in Richtung Süden bemerkbar. „Ich lege Euch allen unsere Schulungen zum Aufspüren des Käfers ans Herz. Da arbeiten wir Schulter an Schulter mit der WBV zusammen!“

Einen Geschenkkorb für den Referenten Dr. Muhidin Seho vom Bayerischen Amt für Waldgenetik (rechts) überreichte 1. WBV-Vorstand Andreas Voderhuber. (Foto: Siemers/WBV)

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