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Es ist mit einem erheblichen Anstieg der Gefährdungslage zu rechnen.

Alle zur Einschätzung der Gefährdungslage von Forstkulturen heranzuziehenden Indizes zeigen für den Jahreswechsel 2019/20 einen deutlichen Anstieg der Mäusepopulationen. Damit ist mit einem erheblichen Anstieg der Gefährdungslage für Forstkulturen zu rechnen.
Auf den vier von der LWF betreuten Flächen in Schwaben, Oberbayern, Oberfranken und der Oberpfalz wurden Ende Oktober/Anfang November wieder Prognosefänge durchgeführt. Insgesamt stieg der bereinigte Wühlmausindex (Index=Fangzahlen Rötelmäuse und Erd- bzw. Feldmäuse aller Prognoseflächen je 100 Fallennächte abzüglich Fehlfunktionen) auf diesen Flächen auf 30,7 % gegenüber 14,1% im Vorjahr.

Diesen Anstieg zeigten sowohl die Fangzahlen der Rötelmäuse, als auch die der Erd- bzw. Feldmäuse. Der bereinigte Rötelmausindex stieg dabei um über 11 % auf 18 %, der bereinigte Erd-/ Feldmausindex stieg auf 18,1 %. Ab 10 % ist mit Schäden zu rechnen. Dies bedeutet, dass dieses Jahr alle Aufforstungsflächen (egal ob Wiederaufforstungen im Wald mit Brombeerbewuchs wegen Rötelmäusen oder vergraste Erstaufforstungen wegen Feld- und Erdmäusen) gefährdet sind und auf Schäden hin kontrolliert werden sollten.

Zusätzlich erreichten uns bereits im September die ersten Schadmeldungen durch Mäuse. Auch im Rahmen der Waldschutzmeldungen (Stichtag 31.08.) verdoppelten sich die Schadflächen durch Erd-, Feld- und Rötelmäuse auf rund 110 ha. Besorgniserregend erscheint in diesem Zusammenhang auch die explosionsartige Zunahme der Hantavirusfälle (Faktor 9) von 31 auf 269 bis Mitte November.

Zusammenfassende Einschätzung:

Für das Winterhalbjahr 2019/2020 ist mit deutlichen Schäden auf gefährdeten Aufforstungsflächen durch Rötelmäuse und Erd- bzw. Feldmäuse zu rechnen.
Gefährdet sind v.a. vergraste Aufforstungen und Flächen mit starkem Bewuchs mit Brombeere und Himbeere.

Handlungsempfehlungen

  • Kontrolle der gefährdeten Verjüngungsflächen auf Schäden durch Kurzschwanzmäuse;
  • besondere Vorsicht beim Reinigen von Hütten und im Umgang mit Mäusefallen und Köderstationen wegen hoher Infektionsgefahr durch Hantavirus;
  • Aufgrund hoher Schermauspopulationen im Frühjahr 2019 sollten Erstaufforstungen auf Anzeichen von Schermäusen hin kontrolliert werden (Verwühlprobe).

Wichtige Änderungen der Anwendungsbestimmungen bei Rodentiziden

Das BVL hat am 6.11.2019 für fünf zugelassene Rodentizide die bisherigen Anwendungsbestimmungen konkretisiert und ermöglicht damit einen Einsatz unter bestimmten Voraussetzungen auch in Schutzgebieten. Dabei handelt es sich um die Mittel Arvalin, Ratron Giftlinsen, Ratron Giftlinsen Forst, Ratron Giftweizen und Ratron Schermaussticks. Nicht geändert wurden die Anwendungsbestimmungen für Arvalin Forte!

Noch offene Fragen zur Umsetzung hinsichtlich z.B. Definition der Vorkommensgebiete, Nachweis der Nichtbeeinträchtigung des Schutzzwecks in Natura 2000 Gebieten und andere stehen derzeit im Abstimmungsprozess und werden gesondert berichtet. Bis dahin gelten folgende Regelungen:

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