Foto: Bei der Vertragsunterzeichnung. Foto: M. Konnert

Waldbesitzervereinigung und Forstverwaltung wollen verstärkt zusammenarbeiten

Tacherting: Die Waldbesitzervereinigung (WBV) Traunstein und das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Traunstein wollen in Zukunft noch stärker zusammenarbeiten. Dazu haben der 1.Vorsitzende der WBV Traunstein Werner Schindler und Alfons Leitenbacher, Leiter des AELF  vor herbstlicher Waldkulisse bei Tacherting einen Kooperationsvertrag unterzeichnet. Mit dem „Pakt für den Zukunftswald“ wollen beide Seiten die langjährige erfolgreiche Zusammenarbeit auf ein neues Fundament stellen. Seitens der WBV waren auch der  2. Vorsitzende Andreas Vorderhuber, Geschäftsführer Jan Röder und Vorstandsmitglied Josef Wastlschmid bei der Unterzeichnung dabei.

„Wir möchten unsere Waldbesitzer bestmöglich bei der Pflege und Bewirtschaftung ihrer Wälder unterstützen und  als erster Ansprechpartner in allen Fragen zu Wald und Forstwirtschaft wahrgenommen werden, “ so Alfons Leitenbacher. Nach der erfolgreichen Entwicklung und Professionalisierung der Waldbesitzervereinigung Traunstein gehe es künftig vor allem darum, die Herausforderungen einer zukunftsfähigen Waldentwicklung und Waldbewirtschaftung im Klimawandel im Schulterschluss anzunehmen. Denn  die Folgen des rasant fortschreitenden Klimawandels in Form vermehrter Stürme, Trockenschäden und Schädlingsbefall fordern in Zukunft  ein verstärktes gemeinsames Wirken von Staat und Selbsthilfeorganisationen, wie die WBV.  Die Weichen dafür hat die Bayerische Staatsregierung zusammen mit den Interessensvertretungen der Waldbesitzer im vergangenen Jahr mit einem neuen „Waldpakt“ zur „bestmöglichen Unterstützung der Waldbesitzer und Daseinsvorsorge für die Bevölkerung“ gestellt. Die Waldbesitzervereinigungen werden darin als „unverzichtbare Säulen“ bezeichnet, die eine angemessene und offene Vermarktung des wertvollen Rohstoffes Holz organisieren und den Waldumbau und die Waldpflege unterstützen sollen.

Die WBVs, so  Werner Schindler, bieten aber weit mehr als nur die überbetriebliche Vermarktung von Holz oder die Sammelbestellung von Forstpflanzen. Ihr  gesetzlicher Auftrag sei es, die Waldbewirtschaftung ihrer Mitglieder zu verbessern und die Nachteile geringer Flächengröße und anderer Strukturmängel zu überwinden. Die WBV Traunstein, so ihr Vorsitzender weiter, sehe sich als  als Sprachrohr der zahlreichen Kleinwaldbesitzer im Zuständigkeitsgebit,  gebe forstfachliches Wissen weiter und biete für Waldbesitzer, die sich nicht um ihren Wald kümmern können, auch ein „komplett-sorglos-Paket“ in Form von Waldpflegeverträgen an. Für die praktischen Arbeiten im Wald würden  sowohl die WBV als auch die Forstverwaltung auch  bewährte private Forstunternehmer einbeziehen.  Denn auch wenn die staatliche Forstverwaltung und die  Waldbesitzervereinigungen eng zusammenarbeiten, achte man  bei den Auftragsvergaben auf die Wahrung der  Wettbewerbsneutralität.

Als wichtige Arbeitsfelder der vereinbarten Kooperation nannte  Schindler  die Hebung des forstlichen Bildungsniveaus bei den Waldbesitzern und den Organen der WBV, die Förderung des Mischwaldgedankens und des Waldumbaus im Klimawandel, den Einsatz für waldverträgliche Wildbestände und die Abstimmung bei der Bewältigung von Krisensituationen. Konkret vereinbart wurde eine bessere Abstimmung bei sinnvollen Strategien zur Mobilisierung der Waldbesitzer und zur  Beschleunigung des Waldumbaus , der Ausbau der   Fortbildungsangebote für Waldbesitzer und die enge Zusammenarbeit bei der Aufklärung der Jagdgenossenschaften zur zentralen Rolle angepasster Rehwildbestände für die  Entwicklung zukunftsfähiger Mischwälder.

Koordiniert werden soll die enge Zusammenarbeit zwischen AELF und WBV von Petra Bathelt. Sie ist  auch bisher schon Beraterin der WBV und gleichzeitig Leiterin des Forstreviers Altenmarkt und wird einen Teil ihrer Arbeitszeit dafür einbringen. Ursprünglich war vorgesehen, diese Funktion im Zuge des Stellenabbaus 2019 auslaufen zu lassen. Die prekäre Situation der Wälder als Folge des Klimawandels hat aber ein Umdenken notwendig gemacht.

Dr. Monika Konnert

Foto: Bei der Vertragsunterzeichnung. (Foto: M. Konnert)

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