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Mit der Fichte wurde heuer eine eher umstrittene Baumart zum Baum des Jahres gewählt. Für die einen ist sie der Brotbaum, andere verbinden die Fichte mit Naturferne und Monokultur.
Für den Klimawandel wird ihr eher eine düstere Zukunft prognostiziert.


Von Natur aus kommt die Fichte in der borealen Zone, v.a. in Nordskandinavien bis nach Russland vor. In Mitteleuropa ist ihr Vorkommen von Natur aus auf die höheren Lagen der Alpen und der Mittelgebirge beschränkt. Ohne Zutun des Menschen wäre die Fichte eine eher seltene Baumart. Derzeit beträgt ihr Anteil in Bayern aber 42%, in unserer Gegend ist der Anteil noch deutlich höher.
In den letzten Jahrhunderten wurden zur Aufforstung übernutzter Flächen, aus Wirtschaftlichkeit und um dem steigenden Bedarf an Nadelnutzholz erfüllen zu können, großflächig Fichtenreinbestände außerhalb des natürlichen Verbreitungsgebietes aufgeforstet, was oft zu Kalamitäten durch Sturm und Borkenkäfer führt.
Derzeit gilt die Fichte als die Baum-art, welche in Zukunft mit den veränderten Klimabedingungen am meisten Probleme haben wird. Deswegen hat ein Umdenken stattgefunden und instabile Fichtenreinbestände werden immer mehr zu standortgemäßen Mischbeständen umgebaut. Die vielfältig einsetzbare und wichtige Baumart Fichte wird dabei auch weiterhin beteiligt sein, aber eben auch stabilisierende Mischbaumarten, um die Risiken künftig gering zu halten, ohne auf die hohen Erträge der Fichte ganz zu verzichten.
Die Fichte hat geringe Ansprüche an die Nährstoffversorgung, bei sehr kalkhaltigen oder nährstoffreichen Böden wird sie schnell rotfaul. Dafür sind die Ansprüche an die Wasserversorgung umso höher. Bei Trockenheit und Hitze gerät sie in Stress und ist sehr anfällig gegenüber Buchdrucker und Kupferstecher. Sie hat von Natur aus ein relativ flaches Senkerwurzelsystem, vor allem auf nassen oder staunassen Böden wurzelt sie extrem flach. Dadurch ist sie sehr anfällig für Windwürfe. Als Folgeschädling kommt dann meist wieder der Borkenkäfer ins Spiel.
Ohne Schädlinge können Fichten über 400 Jahre alt werden und Höhen von 40 bis 50m erreichen. Mit ihrem hohen Zuwachs übertrifft sie die meisten anderen Nutzhölzer.
Die Fichtenzapfen werden landläufig oft als Tannenzapfen bezeichnet. Die Fichtenzapfen fallen als Ganzes ab, während bei der Tanne nur die Schuppen herunterfallen, sobald die Samen reif sind.
Die Rinde der Fichte ist glatt und schimmert anfangs rotbraun, deswegen auch der Name „Rottanne“. Später wird sie silbrig grau und schuppig.
Das Holz der Fichte ist gelblichweiß ohne sichtlichen Splintbereich. Das Holz ist leicht, aber elastisch und sehr vielseitig einsetzbar. Es eignet sich gut als Bau- und Konstruktionsholz, sowie im Innenausbau. Auch als Zellstoff, sowie für Press-oder Spanplatten wird die Fichte verwendet. Aber nicht nur als Massensortiment ist die Fichte gefragt, sondern auch z.B. als Ton- und Klangholz für Musikinstrumente. Hierfür braucht man Fichten aus kühlen Berglagen mit extrem engen und gleichmäßigen Jahrringen.
Auch zahlreiche Nebenprodukte stammen von der Fichte, so z.B. der Waldhonig oder der aus den Maitrieben gewonnene Fichtensirup.

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